Glück, Erfolg, Zufriedenheit, Wissenschaft, Esoterik … wie soll es hier weitergehen?
Mittlerweile ist es bereits Mitte Juni und ich habe hier in den letzten Monaten keinerlei Artikel veröffentlicht.
Das liegt zumindest für die letzten Monate daran, dass ich aufgrund einer recht hohen freiberuflichen Auftragsfrequenz wenig Zeit für das Projekt hier erübrigen konnte. Andererseits beschäftige ich mich immer wieder mit der Frage, ob die Ausrichtung des Blogs zu meiner Intention und Überzeugung passt. Ich habe mich schon im Herbst letzten Jahres sehr lange mit der Namensfindung für diese Seite aufgehalten, weil mir wichtig war, dass der Titel zu dem von mir gewünschten und gewollten Rahmen passt.
Ich möchte gerne lesenswerte Artikel rund um die Themenbereiche Kommunikation, Persönlichkeitsentwicklung und die Verwirklichung von Zielen veröffentlichen. Ich habe mich vorher im Internet umgesehen und bisher wenig Websites gefunden, die für meinen Geschmack wirklich gehaltvolle Inhalte bieten. Viele Seiten und Beiträge sind sehr stark der Esoterik verhaftet und dabei oft einer bestimmten Methode. Ein weiterer Teil widmet sich auf pseudowissenschaftlichem Niveau oder mit sektenähnlichen Zügen dem Streben nach Erfolg (ich sage nur: “Tschaka, Du schaffst es”). Nicht zu vergessen der aktuelle Glückstrend.
Nicht dass wir uns missverstehen; ich bin nicht der Meinung dass alle diese Seiten nichts taugen oder keinerlei Daseinsberechtigung hätten. Was mir fehlt ist eine bodenständige Auseinandersetzung mit den verschiedenen Methoden, Möglichkeiten, Perspektiven, Standpunkten und Wahrnehmungen. In für mich nur schwer erträglichem Maße wird die Welt überwiegend in Schwarz und Weiß aufgeteilt. Die verschiedenen Methoden, Richtungen und Modelle werden in der Regel entweder für gut und richtig befunden oder für falsch und schlecht. Es gibt dabei keinerlei “dazwischen” oder “darüber hinaus”. Ich denke allgemein fehlt in unserer aktuellen Kultur der Feinsinn für die differenzierte Betrachtung. Es fehlt weniger der Mut Fragen zu stellen als der Mut unbeantwortete Fragen ohne eine einfache befriedigende Antwort zu ertragen. Nur wenige lassen Ihre eigenen Ansichten durch die Standpunkte anderer Bereichern ohne dabei
Was hat das mit diesem Blog zu tun?
Ich hatte den Titel “ziel-orientiert” bewusst gewählt, um mich auf das Thema Ziele auszurichten und dabei die Orientierung nicht zu verlieren. Das die Domain zielorientiert.de bereits vergeben war, hat mich auf die Idee mit dem Bindestrich gebracht, der für mein Empfinden die Orientierung in Bezug auf die eigenen Ziele mehr hervorhebt. Anfangs hatte ich große Ideen und Erwartungen an ziel-orientiert. Ich wollte auf lange Sicht eine Community gründen. Da mir sehr schnell klar wurde, dass solch ein Projekt eine große Menge Zeit und Energie von mir verlangt, habe ich mit der meiner Ansicht nach einfachsten Form sich online mit dem Thema zu befassen begonnen: das Bloggen! Auch wenn ich mir Zeit nahm, um Titel, Blogsoftware und das Design auszuwählen, konnte ich anschließend schnell starten. Die Bastelfreude am Blog selbst, schnelle kleine Erfolge bei der Besucherzahl und der Umstand, dass ich Ende letzten Jahres über mehr Zeit für dieses Projekt verfügte motivierten mich fast täglich etwas zu veröffentlichen.
Aber schon damals merkte ich, dass ich der intensiven Auseinandersetzung mit dem von mir gewählten Thema Ziele eher aus dem Weg ging. Beiträge mit netten Videos und Wahrnehmungsspielereien gingen mir leicht von der Hand und wurden auch gut von den Lesern angenommen. Aber immer wenn ich einen Beitrag zum Thema Ziele schreiben wollte, tat ich mich schwer damit. Ich wollte nützliche Methoden, Ansichten, Hilfestellungen bieten, aber ich möchte nicht in die Eingleisigkeit vieler Seiten zum Themen der Persönlichkeitsentwicklung verfallen.
Ich will ausdrücklich:
- menschlich bleiben und mich nicht als Zielesuperheld darstellen
- mit meinen Stärken und meinen Defiziten leben
- auch pessimistisch, skeptisch und ängstlich sein
- Dinge differenziert betrachten
- auch ohne Patentlösung und Antworten leben
Dies alles scheint heutzutage wenig im Trend und in der Mode zu sein, insbesondere in dem blühenden Bereich der Persönlichkeitsentwicklung und Selbsthilfe. Ich will mich weiter mit den oben genannten Themen auch online befassen, allerdings in einer anderen Ausrichtung. So beschäftige ich mich wieder mit der Frage des Titels. Dieser soll die Verlagerung des Schwerpunktes auf Fragen und Kommunikation weg von einer zu stark egozentrierten Erfolgsversessenheit wiederspiegeln. So bin ich bisher auf verschiedene Varianten gekommen. Aber letztendlich mit keiner wirklich zufrieden. Dabei frage ich mich, ob ich nicht einfach hier weiterbloggen soll … die Entscheidung fällt mir nicht leicht.
Eigentlich würde sich eine thematische Drei bzw. Vierteilung anbieten: Ein Blog zum Thema Ziele und Produktivität in dem es eher um die praktischen Tipps und Kniffe geht, wie man ein Ziel konkret bestimmt und kontinuierlich daraufhin arbeitet. Der zweite Blog hätte das Thema Kommunikation in dem es um die Höhen und Untiefen der alltäglichen Kommunikation mit sich selbst und anderen geht. Der dritte Blog würde sich mit dem Thema Persönlichkeitsentwicklung beschäftigen ohne sich auf reine Esoterik und einfache Produktivitätstipps auszurichten, sondern eher aus der Perspektive von Fragen, die sich nicht oder nicht einfach beantworten lassen, wie z.B. “Wer bin ich?”. Der vierte Blog ist dann mein privater Blog zu lose wechselnden Themen, die überwiegend wohl technischen oder internetaffin ausgerichtet wären. Der Nachteil an dieser Aufteilung wäre, dass es einfach unpraktisch ist so viele Blogs zu pflegen und es vermutlich auch immer wieder Phasen gäbe in denen ich keine oder nur wenig Beiträge verfassen könnte.
Die andere Variante, die mir in den Sinn kommt ist alle Themen in einem Blog unterzubringen und nur noch meinen persönlichen Blog extra zu führen. Diese Lösung wirkt zumindest erstmal einfach praktischer, da die Themen doch dicht beieinander liegen und ich nur einen Blog pflegen muss. Langsam komme ich der Entscheidung immer näher.



29. September, 2007 um 17:20
ziel-orientiert finde ich gut. Das mit dem vielen Esoterik-Schnickschnack im Netz kann ich nur bestätigen. Dabei steht nach den Erkenntnissen der Glücksforschung fest: Glück ist lernbar!.
“…auch pessimistisch, skeptisch und ängstlich sein”. Das würde ich nicht unbedingt empfehlen. Angst ist ein guter Ratgeber bei Gefahren. Skeptisch zu sein, ist gut beim Prüfen von Wahrheit. Aber pessimistisch? Wozu soll das gut sein?
4. Oktober, 2008 um 18:14
Mache auf jeden Fall weiter, ich finde deine Artikel sehr gut und insbesondere auch deine realistische Haltung.
31. Oktober, 2008 um 21:41
Jesus hat das Ganze kürzer zusammengefasst. Vonwegen “sorget euch nicht” oder ähnlich